Der 112-Ausfall von 2019: 5 Lektionen für Telekommunikation und Behörden
Am 24. Juni 2019 war die Notrufnummer 112 mehrere Stunden lang landesweit nicht erreichbar. Eine Störung im Netz von KPN legte das Telefonieren weitgehend lahm, und da der gesamte 112-Verkehr über dieses Netz läuft, konnte praktisch niemand mehr um Hilfe rufen. Ausgerechnet in einem solchen Moment stockte auch NL-Alert. Fünf Lektionen für Telekommunikationsanbieter und die Behörden.
Was geschah
An jenem Montagnachmittag entstand eine Störung im Telefonienetz von KPN. Kunden konnten kaum noch telefonieren, weder im Festnetz noch mobil. Da alle Anbieter in den Niederlanden ihren 112-Verkehr über das Netz von KPN abwickeln, war 112 auch für Kunden anderer Provider nicht erreichbar.
Die Ursache lag laut der Untersuchung in einem Softwarefehler im Routingsystem, in Kombination mit einem gleichzeitigen Ausfall, wodurch Gespräche nicht mehr über das Netz geleitet werden konnten. Menschen konnten Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst nicht auf dem üblichen Weg erreichen. Gleichzeitig fiel auch NL-Alert teilweise aus und die Kommunikation an die Öffentlichkeit verlief chaotisch. Die Schlussfolgerung der Aufsichtsbehörden war deutlich: Behörden und Organisationen waren unzureichend auf einen Totalausfall von 112 vorbereitet.
Lektion 1: Eine kritische Kette braucht eine Rückfalloption
Dass der gesamte 112-Verkehr über ein einziges Netz läuft, ist effizient, macht diesen einen Punkt aber auch verwundbar. Die Kernfrage lautet: Was tun wir, wenn dieses ausfällt? Sorgen Sie für eine ausgearbeitete Rückfalloption, etwa eine alternative Notrufnummer oder alternative Wege, und stellen Sie sicher, dass diese vorab getestet ist.
Eine Rückfalloption, die nur auf dem Papier besteht, funktioniert nicht, wenn es darauf ankommt. Üben Sie das Szenario, in dem die Hauptversorgung vollständig ausfällt, einschließlich der Aktivierung und Bekanntgabe der Alternative.
Lektion 2: Kommunizieren Sie die Alternative, schnell und breit
Eine Notrufnummer oder Alternative hilft nur, wenn die Menschen sie kennen. Und das muss gelingen, während die gewöhnlichen Kanäle stocken.
- Machen Sie die Alternative sofort breit bekannt über Radio, Fernsehen, soziale Medien und behördliche Kanäle.
- Rechnen Sie damit, dass NL-Alert oder andere Kanäle selbst ebenfalls betroffen sein können; halten Sie mehrere Wege in Reserve.
- Halten Sie die Botschaft einfach und identisch auf allen Kanälen.
- Wiederholen Sie häufig; nicht jeder hört es beim ersten Mal.
Lektion 3: Rechnen Sie damit, dass mehrere Systeme gleichzeitig versagen
Das Schwierige an dieser Krise war, dass Probleme zusammenfielen: Die Telefonie fiel aus und gleichzeitig stockte NL-Alert. In Krisenplänen wird oft von einer einzelnen Störung ausgegangen, doch die Realität häuft sich manchmal.
Denken Sie deshalb in Zusammenhängen. Wenn Ihr wichtigster Warnkanal von derselben Infrastruktur abhängt, die ausfallen kann, haben Sie ein Problem. Erfassen Sie diese Abhängigkeiten und sorgen Sie für Kanäle, die unabhängig voneinander funktionieren.
Lektion 4: Regeln Sie die Leitung im Voraus
Einer der Kritikpunkte war, dass die landesweite Leitung zu spät in Gang kam. Bei einer Krise, die das ganze Land betrifft, muss sofort klar sein, wer hochskaliert, wer die Sprecherrolle übernimmt und wer Entscheidungen trifft.
Legen Sie diese Rollen und die Hochskalierung im Voraus fest, auch für Szenarien, die selten vorkommen, aber große Auswirkungen haben. Klarheit darüber, wer wofür zuständig ist, verhindert kostbaren Zeitverlust im entscheidenden Moment.
Lektion 5: Kennen Sie Ihre Meldepflichten (RDI und NIS2)
Telekommunikationsanbieter sind wesentliche Einrichtungen. Seit dem 15. August 2026 gilt das Cybersicherheitsgesetz (NIS2): Einen erheblichen Vorfall melden Sie beim NCSC, unter Aufsicht der Rijksinspectie Digitale Infrastructuur (RDI). Daneben gelten die Anforderungen an die Kontinuität und Sicherheit von Telekommunikationsnetzen, über die die RDI ebenfalls Aufsicht führt.
Halten Sie während der Krise fest, was geschah, wann und welche Meldungen erfolgt sind. Eine solche faktische Zeitleiste ist nicht nur verpflichtend, sondern auch unverzichtbar für die Untersuchung und die spätere Verbesserung.
Wie CrisisRadar dabei hilft
CrisisRadar gibt Telekommunikationsanbietern und den beteiligten Behörden ein gemeinsames Lagebild. Sie erfassen Fakten mit Quelle, verfassen in Minuten eine klare Kunden- und Öffentlichkeitsbotschaft (einschließlich einer eventuellen alternativen Nummer), stimmen sich mit der Kette ab und veröffentlichen den Status auf einer eigenen Seite, die unabhängig von Ihrem Netz läuft. Meldepflicht-Timer überwachen die Fristen gegenüber dem NCSC und der RDI.
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Stappenplan
Arbeiten Sie eine Rückfalloption aus und testen Sie sie
Legen Sie fest, was Sie tun, wenn die Hauptversorgung (etwa die 112-Kette) ausfällt, mit einer Alternative, die vorab getestet ist.
Machen Sie Warnkanäle unabhängig
Sorgen Sie dafür, dass Ihre wichtigsten Kanäle nicht alle von derselben Infrastruktur abhängen, damit sie nicht gemeinsam ausfallen.
Legen Sie landesweite Leitung und Rollen fest
Vereinbaren Sie im Voraus, wer bei einer Störung mit landesweiten Auswirkungen hochskaliert, die Sprecherrolle übernimmt und entscheidet.
Üben Sie einen Totalausfall
Trainieren Sie das Szenario, in dem die Hauptversorgung vollständig ausfällt, einschließlich der Aktivierung und Bekanntgabe der Alternative.
Veelgestelde vragen
Warum war 112 im Jahr 2019 für alle nicht erreichbar?
Weil alle Telekommunikationsanbieter in den Niederlanden ihren 112-Verkehr über das Netz von KPN abwickeln. Als dieses Netz durch eine Störung ausfiel, war 112 auch für Kunden anderer Provider nicht erreichbar.
Was machte diese Krise besonders schwierig?
Mehrere Systeme versagten gleichzeitig: Die Telefonie fiel aus und auch NL-Alert stockte. Dadurch war gerade die Warnung der Öffentlichkeit schwierig. Die Lektion lautet, Abhängigkeiten zu erfassen und für unabhängige Kanäle zu sorgen.
Welche Meldepflicht gilt für Telekommunikationsanbieter?
Telekommunikationsanbieter sind wesentliche Einrichtungen unter dem Cybersicherheitsgesetz (NIS2): Einen erheblichen Vorfall melden Sie beim NCSC, unter Aufsicht der Rijksinspectie Digitale Infrastructuur (RDI), die auch die Kontinuität der Telekommunikationsnetze überwacht.
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