Der Naturbrand in der Deurnese Peel (2020): 5 Lektionen
Im Frühjahr 2020 wütete in der Deurnese Peel der größte Naturbrand in den Niederlanden seit Jahrzehnten. Hunderte Hektar Naturgebiet gingen verloren, Anwohner wurden evakuiert und der Brand schwelte wochenlang im Moorboden weiter. Der Einsatz war enorm, mit Tausenden Feuerwehrleuten, Hubschraubern und sogar militärischer Unterstützung. Fünf Lektionen für Sicherheitsregionen und Gemeinden.
Was geschah
Der Brand entstand im trockenen Frühjahr 2020 und breitete sich schnell über einen großen Teil des Naturgebiets aus. Letztlich ging ein großer Teil der etwa tausend Hektar in Flammen auf, der größte Naturbrand in den Niederlanden seit Jahrzehnten.
Da es sich um ein Moorgebiet handelte, schwelte das Feuer noch wochenlang unterirdisch weiter, auch als die Flammen über der Erde unter Kontrolle schienen. Anwohner der Dörfer rund um das Gebiet mussten ihre Häuser verlassen. Es wurden letztlich Tausende (meist freiwillige) Feuerwehrleute eingesetzt, unterstützt durch Löschhubschrauber und das Militär. Das Nederlands Instituut Publieke Veiligheid untersuchte den Brand und die Bekämpfung.
Lektion 1: Warnen Sie Anwohner rechtzeitig und konkret
Ein Naturbrand mit viel Rauch erfordert schnelle, klare Warnungen. Die Handlungsanweisung ist oft zweigeteilt: Bei Rauch Fenster und Türen schließen und die Lüftung ausschalten, und bei nahendem Feuer sich auf eine Evakuierung vorbereiten.
Nutzen Sie NL-Alert und die eigenen Kanäle von Sicherheitsregion und Gemeinden. Sagen Sie konkret, für welches Gebiet es gilt, was die Menschen tun müssen und wo sie den aktuellen Stand finden. Rauch zieht weit; auch Menschen außerhalb des unmittelbaren Brandgebiets benötigen Informationen.
Lektion 2: Regeln Sie Evakuierung und Betreuung (Bevölkerungsbetreuung)
Wenn Anwohner ihr Haus verlassen müssen, kommt die Bevölkerungsbetreuung ins Spiel: Unterbringung, Versorgung und Informationen für Betroffene.
- Machen Sie deutlich, für wen die Evakuierung gilt und ab wann.
- Organisieren Sie Aufnahmeorte und denken Sie an schutzbedürftige Menschen, Vieh und Haustiere.
- Geben Sie Informationen darüber, was die Menschen mitnehmen und wohin sie sich wenden können.
- Seien Sie klar darüber, wann man wieder zurückkehren kann; auch das ist Bevölkerungsbetreuung.
Lektion 3: Ein Moorbrand dauert länger, als er scheint
Das Besondere und Schwierige an diesem Brand war, dass das Moor unterirdisch weiterschwelte. Während oberirdisch alles unter Kontrolle schien, konnte der Brand andernorts wieder aufflammen. Das erfordert Ausdauer und eine Kommunikation, die die Erwartung gut steuert.
Erklären Sie, warum ein Naturbrand im Moor nicht an einem Tag vorbei ist, und kommunizieren Sie weiter, solange die Situation andauert. Voreilige Meldungen, dass es vorbei sei, untergraben das Vertrauen, wenn das Feuer zurückkehrt.
Lektion 4: Ein großangelegter Einsatz erfordert Koordination
Tausende Feuerwehrleute, Hubschrauber, das Militär, Geländeverwalter und Gemeinden: Ein großer Naturbrand ist ein enormer Einsatz. All dieser Einsatz muss koordiniert werden, mit einem gemeinsamen Lagebild darüber, wo das Feuer ist, was der Wind macht und welche Gebiete bedroht sind.
Skalieren Sie deshalb rechtzeitig hoch (GRIP) und arbeiten Sie auf Basis eines gemeinsamen Lagebilds. So haben alle Parteien dasselbe Bild und arbeiten nicht aneinander vorbei.
Lektion 5: Denken Sie an Gesundheit, Natur und Nachphase
Rauch ist nicht nur lästig, sondern kann auch gesundheitliche Beschwerden verursachen. Arbeiten Sie deshalb mit dem Gesundheitsdienst GGD zusammen und geben Sie ehrliche Informationen über die Luftqualität und darüber, was die Menschen tun können.
Und auch hier gilt: Nach dem Brand beginnt die Nachphase. Schäden, Naturwiederherstellung sowie die Auswertung und Verbesserung des Vorgehens. Ein Naturbrand ist zudem ein wiederkehrendes Risiko; trockene Frühjahre machen solche Brände wahrscheinlicher. Halten Sie die Lektionen fest und nutzen Sie sie für die Vorbereitung auf die nächste Saison.
Wie CrisisRadar dabei hilft
CrisisRadar bringt die Sicherheitsregion, Gemeinden, Geländeverwalter und den GGD in einem gemeinsamen Lagebild zusammen. Sie erfassen Fakten mit Quelle, geben in Minuten eine Warnung oder einen Schutzhinweis heraus, organisieren die Unterbringung der Evakuierten und veröffentlichen den aktuellen Status. Nach Abschluss liefert die Plattform einen Auswertungsbericht für die Nachphase und die Vorbereitung auf eine nächste Saison.
Möchten Sie sehen, wie ein Naturbrand Schritt für Schritt in der Plattform aussieht? Dann sehen Sie sich die zugehörige Praxissituation an.
Stappenplan
Halten Sie Warn- und Schutztexte bereit
Bereiten Sie Standardwarnungen vor, mit einer klaren Handlungsanweisung bei Rauch (Fenster zu) und bei nahendem Feuer (Evakuierung).
Regeln Sie Evakuierung und Betreuung im Voraus
Sorgen Sie dafür, dass Aufnahmeorte, schutzbedürftige Einwohner, Vieh und Haustiere für eine schnelle Bevölkerungsbetreuung erfasst sind.
Bereiten Sie sich auf einen langen Einsatz vor
Rechnen Sie mit einem Moorbrand, der wochenlang weiterschwelt, mit einer Kommunikation, die die Erwartung gut steuert.
Üben und lernen Sie pro Saison
Trainieren Sie ein Naturbrandszenario und nutzen Sie die Auswertung für die Vorbereitung auf die nächste trockene Saison.
Veelgestelde vragen
Warum dauert ein Naturbrand im Moor so lange?
In einem Moorgebiet schwelt das Feuer unterirdisch weiter, auch wenn es oberirdisch unter Kontrolle scheint. Dadurch kann der Brand andernorts wieder aufflammen und ein Naturbrand kann wochenlang andauern. Das erfordert Ausdauer und ein gutes Erwartungsmanagement in der Kommunikation.
Was ist die Handlungsanweisung bei einem Naturbrand mit Rauch?
Oft zweigeteilt: bei Rauch Fenster und Türen schließen und die Lüftung ausschalten, und bei nahendem Feuer sich auf eine Evakuierung vorbereiten. Die Sicherheitsregion bestimmt, für welches Gebiet was gilt, und setzt bei Bedarf NL-Alert ein.
Wer tut was bei einem großen Naturbrand?
Die Sicherheitsregion skaliert hoch (GRIP) und leitet die Bekämpfung, gemeinsam mit der Feuerwehr, Geländeverwaltern, Gemeinden (Bevölkerungsbetreuung und Unterbringung), dem GGD (Gesundheit und Luftqualität) und manchmal dem Militär. Ein gemeinsames Lagebild hält all diese Parteien auf einer Linie.
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